Willkommen zu einem weiteren „Fuck Yes – it’s Restday“ Newsletter, der einzige Newsletter, der so lange drinnen war, das er vergessen hat wie es sich anfühlt Schuhe zu tragen. Ab jetzt schicken wir dir jeden Sonntag eine zum Nachdenken anregende Idee, die dich zu einem „potenziell“ noch besseren, sportlicheren und glücklicheren CSC‘ ler machen kann. Neben dem Lesevergnügen erhälst du vor allem eins…zusätzliche Arbeit – klingt fair, oder?! Diese Woche gibt es Teil 1 der Reihe: Transformation durch Gewohnheit – eine Anleitung!
What’s in it for me?

I. Du erfährst welchen Zweck deine Gewohnheiten erfüllen.
II. Wie Gewohnheiten psychologisch funktionieren.
III. Du lernst Wege kennen, um deine eigenen Gewohnheiten zu analysieren.
IV. Eine Filmempfehlung passend zum Thema „Dein Leben auf Autopilot“.

Wozu gibt es überhaupt Gewohnheiten?
Simple Antwort: Dein Gehirn entwickelt Gewohnheiten um sich mentale Anstrengungen zu ersparen.
Gewohnheiten sind in extrem vielen Fällen unheimlich praktisch. Stell dir vor du würdest jeden Tag aufs Neue vergessen wie du Auto fährst, dein Smartphone bedienst, Zähne putzt oder eine Kniebeuge machst (oder eine 30er Jane Fonda!) – furchtbare Vorstellung! Du hättest vermutlich noch vor dem ersten Frühstück einen Nervenzusammenbruch und würdest dich am liebsten, so schnell wie möglich, wieder unter deiner Bettdecke verkriechen wollen.

Oder weißt du noch wie es war, als du zum ersten Mal im Core Sportclub trainiert hast? Du warst sicher aufgeregt. Es war ein ganz neues, ungewohntes Gefühl für dich und du musstest noch genau aufpassen und überlegen, was du tun musst, um deinen Körper so zu bewegen, dass es wenigstens halbwegs so aussieht wie bei den Coaches. Aber bereits nach den ersten Wochen Training musstest du nicht mehr groß darüber nachdenken. Plötzlich lief fast alles automatisch – sogar ein Schwätzchen nebenbei war möglich, du hast dich an den wundervoll aromatischen Teppich gewöhnt und konntest deine Kniebeugen schneller machen als dein eigener Schatten. Das ist die Macht der Gewohnheit – du lernst einen bestimmten Ablauf und je nachdem wie häufig du ihn wiederholst, prägt sich dein Gehirn dieses Muster ein und automatisiert den Prozess für dich. Du schaltest quasi auf Autopilot.
Selbstversuch: Versuch heute Abend mal deine Zähne mit der linken Hand zu putzen (sofern du Rechtshänder bist, ansonsten umgekehrt), dann fühlst du genau was ich meine.
Viele Gewohnheiten erleichtern unser Leben ungemein und das coole daran ist…wir nehmen sie nicht mal bewusst wahr. Die Art wie wir uns bewegen, reden, fühlen, denken und sogar wie wir uns ernähren, wird von deinen individuellen Gewohnheiten bestimmt und gesteuert. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es in unserem Gehirn ein separates Areal gibt, in dem unsere Gewohnheiten abgespeichert werden, die sogenannten Basalganglien. Dieser Bereich ist dafür verantwortlich, dass wir uns bei gewohnheitsmäßigen Handlungen, nicht jedes Mal aufs Neue bewusst überlegen müssen, was
wir jetzt genau tun müssen, um diese Handlungen auch erfolgreich auszuführen zu können.
Du musst dir also um fast nichts mehr Gedanken machen. „Mega, das ist ja total praktisch“ denkst du dir jetzt?! Das kannst du laut sagen, das ist es nämlich auch…HIGH FIVE! Wenn es da nur nicht diesen verdammten, klitzekleinen Haken gäbe – dein Gehirn kann nämlich nicht zwischen guten und schlechten Gewohnheiten unterscheiden…AUTSCH! Für dein Gehirn zählt lediglich die Effizienz deiner Handlungen und das du möglichst wenig geistige Kapazitäten dafür verballerst. Das erklärt auch, weshalb einer meiner Freunde eine möglichst effiziente Technik zum Snickers öffnen entwickelt hat – jetzt ergibt das endlich einen Sinn und ich dachte all die Jahre das er einfach total übergeschnappt ist.

Wenn du jetzt mal einen Moment inne hältst und ehrlich reflektierst welche Gewohnheiten dich in deinem Alltag begleiten, wirst du feststellen, dass es sicher einige gibt, die dein Leben bereichern und einige, die dir langfristig vielleicht sogar schaden. Hier geht es nicht nur um ein radikales „richtig oder falsch“ -Denken. Natürlich ist es nicht gut wenn man den ganzen Tag Computer spielt, am Smartphone klebt, wenig Bewegung hat, Raucht, zu viel Schokolade und Chips in sich rein schaufelt – dass wissen wir. Menschen sind individuell, eine Gewohnheit ist nicht für jeden gleich gut oder gleich schlecht. Es kommt darauf an, wie du DEIN eigenes Leben gestalten möchtest und das du die richtige Balance für DICH findest. Wenn du gerne lange Computer spielst oder ein Serienjunkie auf Netflix bist, aber 3 mal die Woche ins Gym gehst, dich zu 80% gesund ernährst, ausreichend schläfst und dich zwischendurch auch mal mit Freunden triffst – kannst du durchaus ein sehr erfülltes Leben führen. Es geht um Ehrlichkeit – Ehrlichkeit zu dir selbst, du musst dir beantworten ob deine Gewohnheiten, dem Lebensstil dienen, den du dir wirklich wünschst. Hier kommen deine persönlichen Werte wieder ins Spiel. Vielleicht kommt dir ja während du diese Zeilen liest download putty , schon die ein oder andere Gewohnheit in den Sinn, die du endlich loswerden willst, weil sie deinen Traumlifestyle einfach schon viel zu lange sabotiert? Oder du möchtest dein Leben um einige neue Gewohnheiten ergänzen, die dich deinen Zielen näher bringen? Ok let’s do it!
Das Problem mit den Basalganglien ist allerdings, dass wir mit unseren „Veränderungs-Absichten“ kaum auf sie zugreifen können, dieser Bereich des Gehirns ist unserem bewussten Willen nur schwer zugänglich. Wir können also kaum noch eingreifen, wenn eine Gewohnheit erst einmal in Gang gesetzt ist. Deshalb ist es unglaublich hilfreich, ich behaupte sogar essentiell, zu wissen, wie das mit unserem „gewohnheitsmäßigen Handlungen“ eigentlich genau funktioniert.

Die Bildung von Gewohnheiten läuft fast immer nach dem gleichen Prinzip ab:
Als erstes wird der Auslöser (Reiz) betätigt. Stell dir vor in deinem Kopf (in den Basalganglien) wird ein Hebel umgelegt und dein Gehirn bereitet sich darauf vor eine Gewohnheit abzurufen. Dieser Hebel kann vieles sein. Gerüche, visuelle Eindrücke, ein Geräusch, Stress, Ängste, Emotionen, dein Feierabend, Handlungen anderer Menschen/deiner Kinder,…
Darauf folgt die Routine. Routinen sind an die spezifischen Auslöser gekoppelt. Auslöser A führt zu Routine A, Auslöser B zu Routine B und so weiter. Ein sehr großer Teil des Alltags besteht aus Gewohnheiten und oft bewegst du dich im Autopilot, ohne dass du dir wirklich darüber im Klaren bist. Schau dir z.B. deine Einkaufsgewohnheiten an. Kaufst du lieber Produkte die du kennst oder setzt du jede
Woche auf neue Produkte? Oder falls du Kinder hast. Wie gehst du mit ihnen um wenn sie sich deine Aufmerksamkeit wünschen? Wie verhältst du dich wenn du mit jemandem streitest?
Nach der Routine folgt die Belohnung. Irgendetwas, das dir ein gutes Gefühl gibt, ein Verlangen stillt, dich aufmuntert oder dein Ego streichelt. Belohnungen können vielfältig sein und wir unterscheiden zwischen kurzfristigen und langfristigen Belohnungen. Kurzfristige Belohnungen treten meist sofort ein und haben dadurch einen stärkeren Effekt auf dich.
Zusammengefasst entsteht eine Gewohnheit also nach folgender Gleichung:
Reiz/Auslöser + gewohnheitsmäßige Handlung + Belohnung = Gewohnheit

Hier sind einige Beispiele:
-> Dein Handy vibriert. (Auslöser) -> Du nimmst es aus der Hosentasche und siehst nach was los ist. (Routine) -> Du hast eine neue Nachricht erhalten. (Belohnung)
-> Du schaust Netflix und hast Lust auf etwas zu Knabbern (Auslöser) -> Du greifst gewohnheitsgemäß zu Chips und Schokolade (Routine) -> Du hast etwas zu knabbern und ein gutes Gefühl (Belohnung)
-> dein Kind möchte deine Aufmerksamkeit du hast aber gerade keine Nerv dafür (Auslöser) -> du gibst ihm dein Smartphone um damit zu spielen (Routine) -> Du hast deine Ruhe (Belohnung)
Doch wie soll dich dieses Wissen jetzt bei der Änderung deiner Gewohnheiten unterstützen?
Der erste Schritt zu einer Veränderung ist immer Bewusstheit! Nimm dir 30 Minuten nur für dich, mach dir dein Lieblingsgetränk, lass deine Lieblingsmusik laufen, leg die Füße hoch und frag dich welche Gewohnheiten du Tag für Tag auf Autopilot ausführst? Welche dienen dir und deinen Zielen? Welche sabotieren dich? Da musst du hemmungslos ehrlich sein – mach dich nackig hrrrr!
Danach folgt das Wichtigste: Finde die Auslöser der Gewohnheiten die du ändern möchtest und schreib sie auf! Glaub mir ich hab mich Jahrelang geweigert sowas zu tun, aber wer schreibt der bleibt! Alles andere ist nur ein Wunsch, ein Versuch, Gelabber…was wir wollen sind echte Veränderungen. Wenn du das geschafft hast treffen wir uns nächste Woche wieder hier und dann geht’s ans Eingemachte, wir machen deinen negativen Gewohnheiten den Gar aus! Ich verrate dir im finalen Artikel alle Strategien, Methoden und Tipps die du nutzen kannst, damit deine Lifestyle-Änderung erfolgreich, nachhaltig und möglichst problemlos über die Bühne geht. Für Fragen und Anregungen steh ich dir wie gewohnt zur Verfügung, melde dich gerne, ich freu mich von dir zu hören! In der Zwischenzeit, bleib in Bewegung, bleib gesund und zieh dir den Film „Klick“ mit Adam Sandler rein (er veranschaulicht super gut, was passieren kann, wenn dein Leben irgendwann nur noch auf „Autopilot“ läuft, grandioser Humor gepaart mit einer kraftvollen Message).

Bis nächste Woche!

Kris